Farbe bekennen

Quelle: Limmataler Zeitung, az Limmattal, Donnerstag, 14. Dezember 2017
Heute traf ich in unser Lokalzeitung auf einmal auf dieses Inserat. Nicht weil diese Werbung von „meinem“ Akustiker kommt. Das ist höchstens Zufall, oder vielleicht auch nicht, weil ich nicht umsonst meinen Akustiker auswähle. Auch nicht weil ich Werbung mag, oder hier Werbung machen will. Im Gegenteil. Warum mir diese Werbung dann doch aufgefallen ist und ich sie hier zeigen möchte? Wegen der Slogan! „Wer sagt denn, dass Hörgeräte unsichtbar sein sollen“.
Die meisten Hörgerätehersteller oder Akustiker werben ja vor allem mit „Unsichtbarkeit“ und „die Welt öffnet sich wieder“. Diese Slogan ist mal erfrischend anders. Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und sagen, diese Slogan ist sogar Tabu durchbrechend. Sie versucht eben nicht zu werben mit dem Verstecken der Hörgeräte oder gar mit der Hörbeeinträchtigung. Nein, durch Farben in den Alltag zu bringen verschiebt sich der Fokus eher auf das Hörgerät selber. Und genau beides brauchen wir.
Ich gebe zu, ich bin einer der vielen Hörgeräteträger, der sich die traditionelle Farbe des Hörgerätes angeeignet hat. Obwohl ich einen echten Farbenmensch bin, und Farben liebe, ist das für meine Hörgeräte nicht der Fall. Nicht nur, damit sie nicht all zu viel auffallen (jawohl, erwischt …) aber auch weil sie sonst nicht zu alle farbigen Kleidung oder Brille passen die ich trage. Als ich diese Werbung gesehen habe, realisierte ich mich, dass das eigentlich nur ausreden sind. Meine Brille möchte ich auch in einer ansprechender Farbe haben, die zu alle anderen Farbe passt. Wieso denn nicht meinen Hörgeräten? Theoretisch ginge das doch.
Ich kann mich noch gut an einer Ereignis erinnern das schon sehr lange hinter mir liegt. Ich arbeitete damals noch in einem Theater in den Niederlanden. Ich hatte einen Treffen mit dem Designer unseres Jahresprogramms und der fragte mich mal so, ob ich nicht interessiert sei in einen auffällig gestalteten Hörgerät. Damals hat mir diesem Gedanken ein wenig schockiert und ich habe diese Idee sofort verneint. Einfach undenkbar: auffällige und nicht zu übersehene Hörgeräte!
Das war etwa im Jahr 1995. Heute, fast 2018, spüre ich immer noch eine gewisse Hemmung bei dieser Gedanke. Und mich wundert das eigentlich. Ich bin ja die letzten Jahre ziemlich offen über meine Hörbeeinträchtigung. Ich rede und schreibe sogar davon in meinem Blog, in Kolumne und in den Sozialen Medien. Warum denn nicht einen auffälligen Farbe Hörgerät gewählt?
Möglicherweise weil ich vor 5 Jahren, als ich meine aktuellen Hörgeräte erhielt, noch nicht soweit war als jetzt. Möglicherweise weil ich trotz aller Offenheit doch nicht auffallen möchte. Oder weil ich mir bis jetzt vielleicht nicht ganz realisiert habe das Offenheit und Aufklärung über eine Hörbeeinträchtigung vielleicht nicht reichen und Sichtbarkeit genau so wichtig ist als alles Andere? Passt doch eigentlich ganz gut zusammen: modische Brille und modische Hörgeräte?
Ich betrachte mit meinen hiesigen Augen und Ohren diese Werbung als einen weiteren Schritt in die Akzeptanz der Hörgeräte und der Hörbeeinträchtigung. Und wer weiss, es könnte gut sein das ich Farbe bekenne und mein nächstes Hörgerät einen Schritt weiter geht und etwas farbiger wird.
Artikel von Renee Iseli - Smits
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